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August 2008:
2. Informationsversammlung der Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative lädt zu einem zweiten großen Treffen, diesmal mit Vertretern der Deutsche Bahn AG, des Amts für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Darmstadt, der Unteren Verkehrsbehörde des Landkreises DA-DI und dem Vorstand der Gemeinde Otzberg ein.

Folgender Programmablauf ist vorgesehen:

  • Darstellung der Vorschläge der Bürgerinitiative: Herr Betka, BI
     
  • Mitteilung des Sachstandes seitens der Bahn AG: Herr Häßler, Bahn AG
     
  • Aktueller Planungsstand seitens des ASV: Herr Schmitt, ASV
     
  • Zu erwartende Maßnahmen seitens der Unteren Verkehrsbehörde auf eine evtl. Vergrößerung der Bahnunterführung und die dadurch entstehenden Folgen für die Verkehrsbelastung in Lengfeld
     
  • Stellungnahme des Gemeindevorstandes: Herr Ohlemüller / Frau Baier
     
  • Aussprache und Beratung über die weitere Vorgehensweise

Bei der anschließenden Diskussion wollen wir gemeinsam mit den Teilnehmern und Besuchern alternative Lösungen erörtern. Die Moderation an diesem Abend wird, wie schon bei der Versammlung im April, der örtliche Landtagsabgeordnete Patrick Koch übernehmen.

April 2008:
Alle an einem Tisch - Bürgermeister, Ortsbeirat und ASV sagen Teilnahme an der Versammlung am 28. April 2008, 19 Uhr, im Feuerwehrhaus Lengfeld zu

Die Deutsche Bahn AG beabsichtigt aufgrund der in den letzten Jahren entstandenen Schäden, die Bahnbrücke zwischen Lengfeld und Groß-Umstadt zu erneuern. In diesem Zuge soll die Fahrbahn der L3065 unter der Brücke auf zwei Spuren verbreitert und der Radweg unter der Brücke durchgeführt werden. Diese Maßnahme dient der Erhöhung der Verkehrssicherheit und ist durchaus zu begrüßen.

Darüberhinaus plant das zuständige Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), die L3065 in diesem Bereich 0,80 m tiefer zu legen, damit die lichte Höhe der Bahnüberführung normgemäße 4,50 m beträgt. Diese Maßnahme, die laut Schätzungen ca. 500.000 Euro kosten soll, wird ein noch höheres Aufkommen an Schwerlastverkehr durch Lengfeld zur Folge haben. Der Lkw-Verkehr auf der B 426 hat bereits deutlich zugenommen, nachdem im Herbst 2006 aufgrund von Feinstaubbelastung die Brummis aus Darmstadt verbannt wurden, und die Öffnung des Lohbergtunnels lockte ebenfalls zusätzliche Lkws auf die B426. Die B426 und die B45 sind so für den Schwerlastverkehr zu einer kostengünstigen Alternative zur Umgehung des mautpflichtigen Frankfurter Kreuzes geworden.

Die L3065 wird, sobald das derzeitige Hindernis die für Lkws zu niedrige Bahnüberführung nicht mehr vorhanden ist, eine ideale Querspange zwischen beiden Bundesstraßen darstellen.

Vor allem wegen der gerade für Lkw problematischen Abbiegesituation an der Brückenwaage und dem offiziellen Schulweg über die Bahnhofstraße wurde seitens des ASV die Sperrung der L3065 für Lkw in Aussicht gestellt.

Zurzeit fahren nach Angaben einer Bürgergruppe, die den Verkehr gezählt hat, etwa 400 Lkw pro Tag durch Lengfeld, wobei ca. 200 Lkw an der Brückenwaage (Knotenpunkt Reinheimerstr./ Bahnhofstr.) in Richtung Groß-Umstadt fahren. Die andere Hälfte, ca. 200, fährt durch ganz Lengfeld und Zipfen weiter Richtung Odenwald oder, im Falle großer Lkw, in Wiebelsbach weiter Richtung Norden. Bisher teilt sich also der Verkehr an der Brückenwaage in etwa gleich auf. Dies ist dann nicht mehr der Fall, wenn die L3065 aufgrund der Tieferlegung auch für Lkw über 3,70 Meter Höhe befahrbar ist und die Querspangenfunktion entsteht, somit also mehr Verkehr als bisher Richtung Groß-Umstadt abfließt. Die Verkehrsaufteilung entfällt ebenfalls, wenn die L3065 wegen der entstehenden Querspangenfunktion und des damit erhöhten Verkehrsaufkommens - wie angedeutet - aufgrund der problematischen Abbiegesituation für Lkw komplett gesperrt wird und der Lkw-Verkehr gänzlich durch Lengfeld und Zipfen Richtung B45 abfließen muss.

Die Tieferlegung der L3065 führt deshalb nach Meinung der Bürgerinitiative zu einem höheren und ungleichmäßig verteilten Schwerlastverkehrsaufkommen. Dies hat zur Folge, dass...

  • die Menschen in Lengfeld und Zipfen noch mehr als bisher mit Lärm und Schadstoffen belastet werden
  • die Bausubstanz der Häuser erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird
  • die gemeindeeigenen Gehwege zunehmend durch Lkw beschädigt werden, wie dies bereits in Zipfen der Fall ist
  • die Gefährdung auf den Wegen zum neuen Einkaufszentrum Dreispitz und vor allem zur Otzbergschule in Lengfeld zunimmt

Deshalb fordert die Bürgerinitiative "Lengfeld und Zipfen gegen Schwerlastverkehr":

  1. eine Umgehungsstraße für Lengfeld, damit der Schwerlastverkehr aus den Ortschaften ferngehalten wird
  2. eine gerechte Verteilung des Lkw-Verkehrs in unseren Ortschaften mit gleichmäßigem Verkehrsfluss Richtung Groß-Umstadt und Odenwald bis die Umgehung gebaut ist
  3. die Verbreiterung der Bahnbrücke und die Durchführung des Radweges vorzunehmen, damit der Begegnungsverkehr an dieser Stelle sicherer wird, gleichzeitig jedoch auf die Absenkung der L3065 aus den oben angegebenen Gründen (gerechte Verteilung des Verkehrsflusses, Querspange) zu verzichten und die damit eingesparten Gelder in die Planung und Realisierung der Umgehungsstraße zu investieren

In einem Brief an Otzbergs Bürgermeister Karl Ohlemüller, an den Ortsbeirat, die Parteien CDU, SPD, WGO, GALOB und an das zuständige Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) schilderte die Bürgerinitiative die Sachlage und ihre Vorschläge und bat die politische Seite, in der nächsten Versammlung der Bürgerinitiative, die am Montag, 28. April, 19 Uhr, im Feuerwehrhaus Lengfeld stattfindet, ihre Einschätzung persönlich zu erläutern und zu den Forderungen der Bürgerinitiative Stellung zu nehmen. Bürgermeister Karl Ohlemüller sicherte sein Kommen zu, ebenso der Ortsbeirat, Vertreter aller Parteien und des ASV.

14. Januar 2008:
Versammlung der Bürgerinitiative

Kurz vor Weihnachten hat sich auch in Lengfeld eine Bürgerinitiative gebildet, die sich gegen weitere Belastungen durch den zunehmenden Schwerlastverkehr in Lengfeld und Zipfen wendet. Der LKW-Verkehr auf der B 426 hat deutlich zugenommen, nachdem im Herbst 2006 aufgrund von Feinstaubbelastung die Brummis aus Darmstadt verbannt wurden. Diese dürfen seither auf dem Weg nach Hanau, Aschaffenburg und in den Odenwald oder umgekehrt nur noch in Ausnahmefällen die vierspurige B 26 benutzen. Im Moment ist der Weg über das Frankfurter Kreuz die vorgesehene Route. Jetzt schon weichen viele LKW-Fahrer auf die B 426 aus und durchqueren die engen Ortsdurchfahrten in Wembach, Reinheim, Lengfeld und Zipfen, da diese Verbindung nicht nur eine Abkürzung darstellt, sondern auch noch die Autobahngebühren gespart werden können. Für Zündstoff haben deshalb in Lengfeld Pläne gesorgt, die Bahnunterführung der L 3065 zu erneuern und zu erhöhen. Dies würde zu einer Querspange zwischen der B 426 und der B 45 führen und den Weg für den Schwerlastverkehr noch attraktiver machen. Dies ist allerdings mit erheblichen Problemen für die Lengfelder behaftet. Ins Feld zu führen ist hier das Thema Sicherheit (enge Ortsdurchfahrt und Schulweg), die Feinstaubbelastung und der zusätzliche Lärm für die Bewohner - um nur einige Gründe zu nennen, die gegen die Absenkung der Straße sprechen. Bisher hat die niedrige Bahnunterführung diesen Verkehr weitgehend abgehalten.

Für Mitte Januar hatte die Bürgerinitiative nun zur zweiten Versammlung ins kath. Pfarrheim eingeladen. Erneut hatten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Lengfeld und Zipfen eingefunden - und zwar nicht nur Anlieger der betroffenen Straßen. Den Bürgern von Lengfeld und Zipfen wird zunehmend bewusst, dass diese Problematik alle betrifft. Die Einwohner haben erkannt, dass man jetzt aktiv werden muss, um den Belastungen und Gefahren des Schwerlastverkehrs entgegenzuwirken.

Eingangs berichtete Jürgen Betka über die Aktivitäten der Bürgerinitiative seit der ersten Versammlung. So habe man Kontakt zum Bürgermeister, zu den örtlichen Parteien, zum Landrat, zur Staatsministerin Silke Lautenschläger, zum Landtagskandidaten Patrick Koch und zum hessischen Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Dr. Alois Riehl aufgenommen. Der Anlass hierfür war die geplante Absenkung der L 3065 im Bereich der Bahnunterführung und dem daraus entstehenden Verkehrsproblem für Lengfeld. Patrick Koch hatte zur Absenkung der L 3065 und dem Neubau der Bahnunterführung bei den zuständigen Behörden Informationen eingeholt, über die er die Bürger informierte. Demnach scheint sicher, dass die Bahn aus Gründen der Bausicherheit die Brücke im Jahr 2009 erneuern wird. Mit dem Neubau der Bahnunterführung soll die Straße verbreitert werden, damit Begegnungsverkehr möglich ist, und Radfahrer und Fußgänger die Unterführung sicher benutzen können. Dies wurde von den anwesenden Bürgern der Versammlung aus Gründen der Sicherheit begrüßt. Zu Unverständnis und Diskussionen führte in der Versammlung die in Planung befindliche Absenkung der L 3065 im Bereich der Bahnunterführung, da hierdurch auch Lkws über 3,70 Meter Höhe hindurch passen.

Im Anschluss an diese Ausführungen wurde intensiv diskutiert, wie die beste Lösung des Problems aussehen könnte. Im Konsens war man sich einig, dass nur eine Umgehungsstraße die Verkehrsprobleme auf dem Zipfen und in Lengfeld langfristig lösen würde. Diese Maßnahme würde auch die Zufahrt zum Reifenlager in Lengfeld für von Reinheim kommenden Schwerlastverkehr erleichtern und in der Konsequenz auch diesen Schwerlastverkehr von Lengfeld und Zipfen fernhalten.

Alle Bürger waren sich darin einig, dass alles unternommen werden muss, damit die Pläne für den Bau einer Umgehungsstraße zügig vorangetrieben werden. Dass die Verwirklichung einer Umgehungsstraße nach einer Absenkung der L 3065 im Bereich der Bahnunterführung Jahre dauern dürfte wird befürchtet, da hierdurch eine Verbindung für den Schwerlastverkehr geschaffen würde. Dass diese unzufrieden stellende Maßnahme keine Lösung ist, hat auch die Politik erkannt. Deshalb strebt die Bürgerinitiative gemeinsam im Dialog mit den Verantwortlichen eine Lösung an, mit der allen geholfen ist, auch dem Schwerlastverkehr.

Im letzten Teil der zweistündigen Versammlung wurde ein Name für die Bürgerinitiative gesucht und eine Arbeitsgruppe ausgewählt, die weitere Informationen einholen und Vorschläge für künftige Maßnahmen ausarbeiten soll. Sprecher der Arbeitsgruppe ist Jürgen Betka, Stellvertreter Patrick Koch. Dem Team gehören außerdem Martina Storck (Dokumentation), Simone Steinbrech (elektronische Medien) und Marion Metz (Finanzen) an.

BI Lengfeld Zipfen gegen Schwerlastverkehr Lageplan der Umgehungsstraße Lengfeld Fotogalerie Lengfeld Zipfen Aktuelle Meldung der BI Lengfeld Zipfen Pressearchiv der BI Lengfeld Zipfen Kontakt zur BI Lengfeld Zipfen Kontakt zur BI Lengfeld Zipfen Impressum der BI Lengfeld Zipfen